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Der Pudel ist eine sehr alte Rasse, deren Entstehungsgeschichte sich bis ins 14.Jh. zurückverfolgen lässt. Die ursprüngliche Bezeichnung des Pudel "Canis Familiaris Aquaticus" lässt schon die damalige Verwendung als Wasserjagdhund erahnen. Solche kraushaarigen Hunde gab es schon immer innerhalb Europas, wobei sich erst später einzelne Rassen herausbildeten. Noch heute bestehen Rassen, wie der Portugiesische Wasserhund "Cao de Aqua", der Lagotto Romagnole und der französische Barbet, die deutlich eine Verwandtschaft zum Pudel anzeigen. Die eigentliche Entwicklung des Pudels nahm aber wohl von Deutschland ihren Ausgang. So wird das Wort "Pudel" von "Budeln" (im Wasser planschen), aber auch von Wort "Pfudel" (Pfütze) abgeleitet, was durch den Verwendungszweck erklärt wird.
 

cao lagotto

 

barbet

Cao de Aqua
(Portugisischer Wasserhund) 
Lagotto Romaguole
(wird in Italien bevorzugt
zur Trüffelsuche eingesetzt)  

Barbet
(Frankreich)

Frühere Abbildungen oder Gemälde zeigen Pudel zumeist von mittlerer Grösse, was vermuten läßt, dass der Kleinpudel die ursprünglichste Form der Rasse ist. Gross-, Zwerg- und Toypudel wurden erst später herausgezüchtet. War die Rasse zu Beginn Jagdhund mit besonderer Wasserpassion, so änderte sich ihr Aufgabengebiet mit der Zeit, der Pudel wurde zum beliebten Zirkushund und mehreren Damen bei Hofe ein liebenswerter Begleiter. Besondere Intelligenz gepaart mit ausgesprochener Lernfreudigkeit prädiszinierten ihn zum Erlernen von Kunststücken. Aus dieser Zeit stammen auch viele Anekdoten über Pudel, die bis dahin gingen, dass man der Rasse die Gabe des Sprechens andichtete. Den Aufschwung zum populären Familienhund erfuhr die Rasse nach dem Zweiten Weltkrieg, mit einem Höhepunkt in den 60er Jahren. Damals zählte der Pudel in Europa und den USA zu den beliebtesten Hunderassen.
    

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schwarzer und weißer Pudel
(Aus Shaw, Leipzig etwa 1880)  
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Der Pudel bei der Wasserjagd aus dem Jahre 1770.
(Aus Strebel, München um 1910) 

Meist wurde der Pudel als Jagdhund verwendet und damit seine Vorliebe zum Apportieren und seine Eigenschaft als hervorragender Schwimmer ausgenutzt. Außer zur Jagd setzte man Pudel (bzw. seine Vorfahren) als Hütehunde ein.

Auf alten Darstellungen ist der Pudel oder der pudelähnliche Hund in verschiedenen Größen, Schurarten und Farben abgebildet. Unserem heutigen Pudel sehen diese Hunde kaum ähnlich. Sie kamen neben den Farben Schwarz und Weiß auch oft gescheckt vor, da mit einer gezielten Zucht erst viel später begonnen wurde. Zu der damaligen Zeit begnügte man sich bei einer Schur mit dem wahllosen Kürzen des zu lang gewordenen Haarkleides, erst im Laufe der Zeit wurde eine Anlehnung an die heutige Standardschur sichtbar. Zur Zeit des Rokoko trugen diese Hunde meistens eine sogenannte Weste, an der vorderen Hälfte des Pudels beließ man das Haarkleid, während die Hinterhand bis zum Brustkorb geschoren wurde. Je nach dem Geschmack der Zeit trug der Pudel die Vorderläufe ungeschoren oder versah sie teilweise mit Krausen oder Röllchen.

Das Stehenlassen von Haarbüscheln auf den geschorenen Stellen in der Nähe der Rute, auf der Kruppe und an den Lenden galt besonders apart, die Röllchen an den Hinterläufen waren nicht selten in drei Etagen übereinander angeordnet.

Zu der damaligen Zeit trugen die Pudel noch keine Krone, das Kopfhaar hing herab und wurde oftmals mit einem Band zusammengehalten. Immer waren die Ohren bewachsen und wurden nicht geschoren und den Fang zierte ein breiter Bart an den Oberlefzen.
    
                

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Le Chien de Berger, pudelähnlicher Hund
(Aus Buffon "Naturgeschichte" Berlin 1773)
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Le grand Barbet - der große Pudel
(Aus Buffon "Allgemeine Naturgeschichte" Leipzig 1782)


 

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Der Pudel
(Aus Weiß, Stuttgart 1852)
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Der Pudel
(Aus Gayot, Paris 1867)

Während man heute fast nur noch den Wollpudel mit seinem gepflegten Erscheinungsbild kennt, waren zu der damaligen Zeit die Schnürenpudel mit ihren auffälligem und pflegeintensiven Haarkleid weitaus moderner und verbreiteter. Bereits zu dieser Zeit legte der Standard fest, dass der Pudel einfarbig sein soll. Es gab fast ausschließlich nur schwarze und weiße Pudel. Beim Schnürenpudel wurde die Rute schon damals nicht kupiert.

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Der Schnürenpudel
(Aus Shaw, Leipzig ca. 1880) 
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Schwarzer Schnürenpudel
(Aus "Rassezeichen der Hunde", München 1895) 

Der Pudel ist ein harmonisch aufgebauter Hund mit charakteristisch gekräuseltem Haarkleid. Er ist ein äusserst intelligenter, stets wachsamer, munterer und wohlproportionierter Hund, dessen Erscheinung durch Anmut und Stolz geprägt wird. Diese Merkmale kommen in der Bewegung durch den tänzelnden, leichten Gang noch mehr zur Geltung. Die dunklen Augen sind mandelförmig und zeigen einen munteren Ausdruck voller Feuer und Intelligenz. Das Haarkleid ist bestimmt eines der hervorstechendsten Merkmale des Pudels und ihm verdankt er sicherlich auch einen Teil seiner Beliebtheit, denn es haart nicht! Das Haar selbst ist üppig, von feiner Beschaffenheit, wollig und gut gekräuselt. Ausser dem beliebten Kleinpudel gibt es noch Grosspudel, Zwerg- und Toypudel und zwar in den Farben schwarz, weiss, braun, silber, apricot und mitlerweile auch zweifarbig, schwarz-weiss (Harlekin) und schwarz-loh (Black&Tan).

Anpassungsfähigkeit und hundertprozentige Ergebenheit seinem Besitzer und dessen Familie gegenüber, sind hervorstechende Eigenschaften, die ihn zu einem idealen Begleit-, Familien-, Wohnungs- und Stadthund machen.
  

   
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